Selbst bei
rauem Wetter apportierten diese Hunde die Bootsleinen aus dem Wasser oder die
aus den Netzen gefallenen Fische und brachten sie an Land. Die Seeleute waren
von der Arbeit dieser wetterfesten und wasserfreudigen Hunde so angetan, dass
sie im Laufe der Jahre mehrere mit nach England brachten.
Der heute
ausgestorbene "Kleine Neufundländer" oder "St. John's Hund" wurde mit englischen
Jagdhunden wie z. B. dem roten Irischen Setter gekreuzt. So entstand der "Wavy
Coated Retriever".
Im Jahr 1864
kaufte Lord Tweedmouth einen gelben Wavy-Coated Retriever von einem Schuhmacher
in Brighton. Dieser Rüde hieß "Nous" und der Schuhmacher hatte ihn seinerseits
von einem Wildhüter in Zahlung genommen. Nous wurde 1868 mit "Belle", einer
Tweed-Water-Spaniel-Hündin gepaart und in den folgenden 20 Jahren wurden die
Nachkommen der beiden mit weiteren Wavy Coated Retrievern und Tweed Water
Spaniels sowie Irish Settern und einem sandfarbenen Bluthund gekreuzt.
Im Laufe der
Zeit entwickelte sich so für die anspruchsvolle "Arbeit nach dem Schuss" eine
alle erforderlichen Eigenschaften in sich tragende neue Rasse: der Golden
Retriever!
Golden
Retriever avancierten aufgrund ihrer besonderen Menschenfreundlichkeit sehr
schnell zu einem hervorragenden Familienhund. Er fühlt sich auch unter vielen
Kindern sehr wohl. Auf keinen Fall ist er für eine Zwingerhaltung
geeignet, denn die Isolation von seinem "Rudel" würde ihn derart belasten, dass
Verhaltensstörungen vorprogrammiert wären.
Für Leute,
die ganztags berufstätig sind und wenig Zeit haben, ist ein Golden Retriever
absolut ungeeignet.
Der Golden
Retriever hat ein ausgeglichenes Temperament; er ist weder hektisch oder nervös,
jedoch auch nicht zu ruhig oder gar lethargisch. Er ist vielmehr lebhaft und
fröhlich und passt sich allen Alltagssituationen mit viel Gelassenheit und
Unerschrockenheit an. Er geht mit Begeisterung auf viele "Beschäftigungen" ein,
ist sehr bewegungsfreudig und oft auch noch als alter Hund verspielt. Der Golden
Retriever besticht durch seinen ausgeprägten Willen zum Gehorsam ("will to
please") und seine Leichtführigkeit. Er ist sehr anhänglich und liebt es, an
allen Aktivitäten seines "Menschenrudels" teilzuhaben. Je stärker er in das
Familienleben integriert wird, um so mehr schließt er sich "seinen" Menschen an
und ordnet sich gern ein und unter.
Wasser - der
Golden Retriever liebt es in jeder Form! Und natürlich das Apportieren, es muss
ja nicht erlegte Beute sein! Unser Hund apportiert so ziemlich alles für sein
Leben gerne.
Eintönige
Spaziergänge langweilen ihn sehr schnell - kleine Such- und/oder
Apportierübungen bringen da die nötige Abwechslung. Denn auch seine Intelligenz
möchte gefordert werden.
Ursprungsland: Großbritannien
FCI-Standard Nr. 111
e/8.1
Allgemeines Erscheinungsbild
Symmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichene Bewegung; kernig bei
freundlichem Ausdruck.
Charakteristika
Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten.
Wesen
Stets freundlich, sowohl Menschen als auch Tieren gegenüber, liebenswürdig und
zutraulich.
Kopf und
Schädel
Ausgeglichen und wohlgeformt, breiter Oberkopf, ohne grob zu sein, gut auf dem
Hals sitzend, kräftiger, breiter und tiefer Fang. Fang von annähernd gleicher
Länge wie der Schädel, ausgeprägter Stopp. Nase schwarz.
Augen
Dunkelbraun, weit voneinander eingesetzt, dunkle Lidränder.
Behang
Mittelgroß, ungefähr in Höhe der Augen angesetzt.
Gebiss
Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen
Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die
untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Hals
Von guter Länge, trocken und muskulös, keine Wamme.
Vorhand
Vorderläufe gerade mit kräftigen Knochen, Schultern gut zurückliegend, langes
Schulterblatt bei gleicher Oberarmlänge, dadurch gut unter den Rumpf gestellt.
Ellenbogen gut anliegend. Von vorne gesehen sollen die Vorderläufe und
Ellenbogen gerade stehen, weder nach innen, noch nach außen gedreht. Die
Vorderläufe sollen kräftige Knochen aufweisen, die das Gewicht des Hundes mit
Leichtigkeit tragen. Der Rücken sollte eine gerade Linie vom Widerrist zum
Rutenansatz bilden und weder abfallend noch hochgezogen sein.
Gebäude
Ausgeglichen, kurz in der Lendenpartie, mächtiger Brustkorb. Rippen tief und
gut gewölbt. Gerade obere Linie.
Hinterhand
Lende und Läufe kräftig und muskulös. Unterschenkel von guter Länge, gut
gewinkelte Kniegelenke. Tiefe Sprunggelenke, die, von hinten betrachtet, gerade
sind, nicht ein- oder ausdrehend. Die kräftige Muskulatur der Lendenpartie
geht in eine ebenso kräftige Hinterhand über. Der Oberschenkel ist sowohl breit
wie auch muskulös, der Unterschenkel lang, der Knochen zwischen Sprunggelenk
und Pfote kurz.
Pfoten
Rund und geschlossen, nicht zu groß. Die Zehen nicht zu lang und gut gekrümmt,
die Ballen ausgebildet und kräftig. Katzenpfoten.
Rute
In Höhe der Rückenlinie angesetzt und getragen, bis zu den Sprunggelenken
reichend, ohne Biegung am Rutenende. Der Rutenansatz verläuft in einer Linie
mit dem Rücken. Die Rute wird gerade getragen, entweder in der Höhe des Rückens
oder ein wenig darüber, aber weder hoch über dem Rücken getragen noch
herunterhängend zwischen den Hinterläufen. Sie sollte auf der Unterseite eine
gute Befederung aufweisen.
Gangart/Bewegung
Kraftvoll mit gutem Schub. Gerade und parallel in Vor- und Hinterhand. Vortritt
ausgreifend und frei, dabei in der Vorhand ohne ein Zeichen des Steppens. In
der Bewegung sollte der Golden Retriever ein flüssiges, raumgreifendes
Gangwerk zeigen mit viel Schub aus der Hinterhand. Die Vorderläufe werden
dabei nicht zu hoch gehoben, die Pfoten und der Vordermittelfuß drehen sich
weder ein- noch auswärts. Die Beine bewegen sich parallel.
Haarkleid
Glatt oder wellig mit guter Befederung, dichte Wasser abstoßende Unterwolle.
Farbe
Jede Schattierung von gold oder cremefarben, weder rot noch mahagoni. Einige
wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust, sind zulässig.
Größe
Schulterhöhe: Rüden 56-61 cm, Hündinnen 51-56 cm.
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich
vollständig im Skrotum befinden.
Die
Beschreibung des Golden Retrievers
Aussehen
Der Golden Retriever ist ein mittelgroßer Hund. Das Gewicht einer ausgewachsenen
Hündin liegt zwischen 30 und 36 kg bei erwachsenen Rüden bei ca. 34 und 40 kg.
Die Schulterhöhe einer Hündin liegt zwischen 51 und 56 cm, die Schulterhöhe der
Rüden zwischen 56 und 61 cm. Sein Fell ist mittellang mit guter Befederung der
Vorderläufe und der Rute. Die Farbe entspricht in jeder Schattierung zwischen
cremefarben und dunkelgolden dem Standard und weist eine dichte,
wasserabweisende Unterwolle auf. Der Golden Retriever ist harmonisch gebaut, gut
proportioniert, mit kräftigen Knochen. Der Schädel ist wohlgeformt mit
ausgeprägtem Stopp und sanftem Ausdruck. Die Augen sind dunkelbraun, die
Augenlider und der Nasenschwamm sind gut pigmentiert und unterstreichen so den
freundlichen Ausdruck des Golden Retriever.
Charakter
Der Golden Retriever hat ein ausgeglichenes Temperament. Er ist weder hektisch
noch nervös. Er ist lebhaft und fröhlich und passt sich allen Alltagssituationen
mit viel Gelassenheit und Unerschrockenheit an. Er geht mit Begeisterung auf
viele "Beschäftigungen" ein, ist sehr bewegungsfreudig und auch als alter Hund
noch sehr verspielt. Der Golden Retriever besticht durch seinen ausgeprägten
Willen zum Gehorsam ("will to please") und seine Leichtführigkeit. Er ist sehr
anhänglich und liebt es, an allen Aktivitäten seines "Menschenrudels"
teilzuhaben. Je enger in das Familienleben integriert, um so mehr schließt er
sich dem Menschen an und ordnet sich gern ein.
Ausbildung
Trotz seiner leichtführigen Art muss ein Golden Retriever natürlich auch
ausgebildet werden. Sein angeborener Jagdtrieb will erst einmal in die richtigen
Bahnen gelenkt werden. Die Hauptaufgabe des Golden Retriever ist das Apportieren
(to retrieve) von Wild. Er wurde für die "Arbeit nach dem Schuss" gezüchtet, was
bedeutet, dass er geschossenes Wild seinem Führer zuträgt.
In erster Linie wird er zur Entenjagd und der Jagd auf Niederwild eingesetzt.
Seine hervorragenden Eigenschaften wie Beute- und Bringtrieb, eine
ausgezeichnete Nase und seine Wasserfreudigkeit machen ihn zu einem
erstklassigen Jagdhund. Heute wird er neben der jagdlichen Verwendung auch als
Rettungs-, Blinden-, Sprengstoff- und Rauschgiftsuchhund oder als
Behindertenbegleithund eingesetzt.
Um diese Aufgaben
meistern zu können, muss der Golden Retriever besonders verträglich mit
Artgenossen, anderen Tieren und auch Menschen sein.
Jede Form von Aggressivität, Ängstlichkeit, Kampftrieb oder Nervosität sind
unerwünscht.
Durch seine Führigkeit ist er für alle Aufgaben leicht auszubilden. Unter den
Schutzhundanwärtern wird man ihn vergeblich suchen. Dazu fehlt ihm einfach die
Schärfe, denn ein bissiger Golden Retriever ist kein Golden Retriever!
Die klassische Beschäftigung für einen "Familien-Golden" ist die Dummyarbeit.
Mit diesem speziellen "Leinensäckchen", das es in verschiedenen Gewichtsklassen
gibt, wird der Jagdbetrieb simuliert.